Pfusch am Bau

Ein Fachwerkhaus im Wandel der Zeit

Erstellt von Wilfried am Samstag 24. Oktober 2020

Einleitung

Endlich ist es soweit, ich möchte über meine Erfahrungen bei der Sanierung unseres Fachwerkhauses berichten.

Ein Fachwerkhaus zu sanieren, je nach Bausubstanz, kann eine Mammut Aufgabe sein. Gerade wenn man beabsichtigt komplett zu entkernen und das Haus umzukrempeln. Da gehen schnell mehrere Jahre ins Land und kostet in der Regel sehr viel Geld. Es sei denn man bringt das notwendige Geschick und die Handwerklichen Fähigkeiten zum Selbermachen mit. Gerade Lehm ist ein dankbarer Werkstoff der zum Selbermachen gerade zu einlädt. Mal eben neu machen wenn es mal noch nicht geklappt hat ist eher kein Problem. Lehrgänge dazu und viele Tutorials findet man problemlos im Internet. Während bei größeren Projekten sicherlich ein Architekt beauftragt werden sollte, reicht es bei einfachen Renovierungsarbeiten aus, sich mit dem nötigen Fachwissen kundig zu machen. Mit etwas Glück kann man auch Handwerker aus der Region, bitten die Eigenleistung mit Rat oder in Cooperation zu unterstützen. Ich habe dieses Glück gehabt, und konnte Sachkundige Handwerker die sich mit Fachwerk-Hausbau auskennen fragen.

Seit Mitte 2017 bin ich nun dabei ein altes Fachwerkhaus zu renovieren. Ich sage gleich dazu, ich bin kein Profi. Alles was ich hier veröffentliche ist aus Sicht eines Laien dargestellt, aber mit dem Versuch möglichst fundiertes, angeeignetes Wissen weiter zu geben. Ein Erfahrungsbericht, der anderen helfen soll, bei eigenen Vorhaben und Entscheidungen, ggf. Fehler zu erkennen oder zu vermeiden. Ich erhoffe mir auch Beiträge anderer Leser, die vielleicht etwas beisteuern können.

Schön wäre es, Tipps und Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen von Fachfirmen zu bekommen, die nehme ich gerne mit auf!

Dazu können gerne Kommentare geschrieben werden. Link-Anfragen können gerne per Email an mich gesendet werden.

( Bitte verzichten Sie auf Link´s in Kommentaren. Diese werden sonst automatisch als Spam gelöscht! )

Eine Buchempfehlung kann ich schon mal vorab mitgeben.

Fachwerkhäuser restaurieren – sanieren – modernisieren
von Wolfgang Lenze

Im Internet ist eine Lese-probe zu finden. Hier der Link: Fachwerkhaussanierung.de

Mir hat dieses Buch sehr geholfen! Und jeder der sich zu diesem Thema schlau machen möchte oder selbst Hand anlegen möchte, sollte sich Informationen aneignen, die ihm helfen nicht mehr schaden anzurichten als es ggf. schon seine Vorbesitzer getan haben.

Steht Ihr Haus unter Denkmalschutz?

Wenn ja, dann sollten auf jeden Fall erstmal beim Baudenkmal-Amt nachfragen. Zum einen haben Sie Möglichkeiten der Förderung und Steuerlich können sie auch in Ihrer Einkommenserklärung Ausgaben geltend machen. Einzelheiten dazu sollten Sie auf jeden Fall VOR Beginn der Arbeiten klären!

Nun zum Haus selbst.

Dieses Haus ist schon lange in Familienbesitz, und im laufe der letzten Jahrzehnte wurden von unseren Vorfahren mehrere Umbauten / Veränderung / Reparaturen vorgenommen. Der erste noch Dokumentierte Umbau fand 1935 statt. Damals wurde das noch vorhandene Scheunentor, gegen den Vorläufer der heutigen Eingangstür ausgetauscht. In diesem Rahmen entstand das darüberliegende Zimmer, das einige Jahre als Wohnzimmer genutzt wurde. Folgende Renovierungen wurden eher zum Nachteil für dieses Haus durchgeführt. Weitere Dokumentationen gibt es leider nicht mehr. Vermutlich sind alle älteren Unterlagen bei dem großen Brand 1850 in Horn, beim Brand des Rathauses vernichtet worden. 1983 wurde das Gebäude dann unter Denkmalschutz gestellt. Die Vermietung, vor 2016, hatte zu einem fatalen, nicht gemeldeten, Wasserschaden im Erdgeschoss geführt, den ich nun in eigener Regie seit 2017 behebe. Dazu sind dann Erneuerung der Elektroinstallation und Innenraum Sanierungen / Renovierung hinzu gekommen. Wie das so ist, fängt man an einer Stelle etwas an, kommt meist noch was anderes hinzu. Hier nun das Ergebnis der bereits sanierten Front. Ich werde einige Dinge detaillierter beschreiben. Meine Ambitionen hierbei sind, dieses Fachwerkhaus möglichst mit den alten Mitteln, wie Lehm, Kalkputz und Lehmfarben zu renovieren. Leider ist nicht überliefert wie alt das Haus ist. Es gibt Bestandteile, die vermutlich schon mehrere hundert Jahre alt sind. Andere Teile sind im laufe der Zeit um oder angebaut worden.  Zum Vergleich ein Foto aus ca. 1960. Der untere Teil des Fachwerks ab Giebel wurde zu meinem Bedauern durch eine Fa. die keine Ahnung von Fachwerk hatte, in den 70er oder 80er Jahren, komplett ausgetauscht. Die Gefache in dem Bereich unsachgemäß mit Hohlziegeln ausgemauert und mit Zementputz verputzt. ( Eine der Todsünden an einem Fachwerk! )

Und da wären wir bei  Fehler Nummer 1 der Vergangenheit. Grundsätzlich Fachfirmen beauftragen. Eine Bautischlerei ist nicht unbedingt die richtige Wahl bei der Restaurierung eines Fachwerkhauses. Lassen sie sich Referenzen von bereits Sanierten Häusern zeigen. Und nicht jeder Maurer hat Fachwissen über Gefache ausmauern und korrektes Verputzen mit den entsprechenden für ein Fachwerk geeignetem Material.

Gott sei Dank, hat in den letzten Jahren ein Wandel stattgefunden, so das zunehmend ein Bewusstsein für das Historische Erbe entstanden ist und der Erhalt dieser schönen alten Gebäude immer mehr in den Focus gerückt ist. Ich hoffe das es gelingt viele dieser alten Häuser auch in unserer Stadt zu retten.

Ansicht Kirschstr_ca_1959_Ford Taunus 12m

Kirchstrasse um 1960

Kirchstrasse_2019

Kirchstrasse_2019

Wie man sehen kann, hat die Fassade einen erheblichen Wandel erfahren.

Eingang_2020

Im Oktober 2020 wurde der Eingang noch etras ansprechender gestaltet.

Der Giebelbereich ist, noch weitestgehend Original. In der Spitze konnte ich eine Lippische Rose unter 4 verschiedenen Farbschichten freilegen. Diese habe ich nach bestem Wissen mit den aktuellen Farben wieder hergestellt. Aus Sandstein gemeißelt, durchzieht dieser Stein die komplette Wand. Für mich ein Highlight bei der Restaurierung dieser Fassade. Glücklicherweise war, im Giebelbereich noch der alte Kalkputz und dadurch auch die Holzbalken wenig beschädigt. Einige Stellen waren bereits unsachgemäß ausgebessert worden. Darauf gehe später näher ein.

Da ich die Kosten begrenzen möchte, aber Zeit bei mir kein Problem ist, versuche ich die meisten Gewerke selbst zu machen. Nur da wo meine Fähigkeiten nicht reichen, wie Heizung, Estrich arbeiten und Zimmermanns arbeiten habe ich Firmen beauftragt.

Balken, Ausfachung und Anstrich:

Ich denke, das dies für mich das wichtigste Thema ist, deshalb werde ich hier etwas ausfühlicher ins Detail gehen. Gerade die Fehler die hier gemacht werden können, können später nochmal erheblichen Aufwand verursachen.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden bei vielen Fachwerkhäusern die Holzbalken mit Latexfarbe oder anderen Materialien wasserdicht gestrichen. Ausfachungen wurden mit Zement repariert, Fenster mit Bauschaum eingesetzt, Styropor innen oder aussen angeklebt. Fatale Fehler, wie viele Hausbesitzer feststellen mussten. Gerissene Farbe läst dann Wasser eindringen, das Holz kann nicht mehr abtrocknen und Schäden an den Balken und Verbindungsstellen können die Folge sein.

Diffusionsfähigkeit ein wichtiger Faktor!

Diffusionsfähigkeit betrifft den gesamten Wandaufbau! Im bewohnten Gebäude entsteht grundsätzlich Wasserdampf, sei es durch kochen, duschen, atmen, ect. Aber auch von Aussen kann durch Temperatur-unterschiede, Kondenswasser in einer Wand entstehen. Kann diese Feuchtigkeit nicht durch die Fachwerk-Wand wieder austreten, entstehen die bekannten Probleme. Unterbricht man die Fähigkeit der Wand zu „atmen“ zBsp. durch Styropor das von innen an die Wände geklebt wird, oder Zementputz an der Außenseite, Latexfarbe, nicht diffusionsfähige Innenfarben usw. kann in der Außenwand zu hohe Feuchtigkeit dazu führen, das nun die Holzanteile in der Wand durch Fäulnis in mitleidenschaft gezogen werden. Das gilt es zu verhindern!

Auch bei unseren Ausfachungen wurden in der Vergangenheit diese Veränderungen vorgenommen. Bei schadhaften Stellen an dem Verputz wurden Ausfachungen mit Zementputz ausgebessert. Bei einigen der alte Putz komplett ausgetauscht. Auch das hatte fatale Folgen für das Fachwerk. Ich möchte Ihnen das anhand von Bildern verdeutlichen.

Ausfachung mit abgeplatztem Kalkputz

Ausfachung mit abgeplatztem Kalkputz

Ausfachung mit nachträglich angebrachtem Zementputz und den verusachten Schäden

Bild 3

Zementputz und die Folgen

Holzfraß durch Zementputz 1

Holzfraß durch Zementputz

Nahaufnahme

Nahaufnahme

Holzfraß durch Zementputz 2

Holzfraß durch Zementputz 2

Im 1. Bild sehen Sie einen Teil der Holzbalken und den ursprünglichen Kalkputz der sich teilweise, wärend meiner Arbeiten abgelöst hat. Ersetzt man nun diese abgeplatzten Stellen durch Zementputz verändert man das Chemische und Physikalische Gleichgewicht, ein Zersetzungsprozess der angrenzenden Holzbalken beginnt. Auf den nächsten Bildern kann man die Folgen sehen. Das Holz bekommt davon, über die Jahre Risse, als ob man Holzkohle vor sich hätte, dort kann wiederum Feuchtigkeit eindringen und das Fachwerk gammelt vor sich hin.

Bild 7

Ausfachung mit Zementputz ausgebessert

Hier nochmal eine besonders exemplarische Stelle, eine kleine Ecke, die in einer Ausfachung mit Zementputz ausgebessert war. Deutlich ist der Schaden am Holz sichtbar, der nur im Bereich mit dem Zementputz entstanden ist. Rechts unten sind noch Farbreste und Kalkputz zu sehen, ab da gab es an der Stelle kaum Beschädigungen. In welchem Zeitrahmen sich das ganze abgespielt hat kann ich leider nicht genau sagen, ich schätze aber zwischen 20 und 30 Jahren. Bei Kalkputz können unter guten Bedingungen solche Balken mehrere 100 Jahre überstehen.

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Eichenbalken mit Kalkputz

Hier ein Balken der am alten Kalkputz anlag. Trotz kleinem Riss im Putz sind keine Holzbeschädigungen zu erkennen.

Hintergrund:

Zementputz wirkt zum einen chemisch negativ auf das Holz ein und ist nicht elastisch. Zum anderen kann Feuchtigkeit nicht schnell genug verdunsten. Kalkputz hingegen ist elastischer und in der Lage Wasser aufzunehmen und schnell wieder zu verdunsten. Der Fachbegriff lautet Diffusionsfähigkeit. Dadurch und andere biologische/chemische Eigenschaften reduziert/verhindert Kalkputz die Bildung von Schimmelpilzen und die damit verbundenen Verrottungserscheinungen am Holz.

Ausfachungen:

Ausfachungen gibt es in verschiedenen Varianten. Bei uns am Haus habe ich schon drei verschiedene entdeckt. Ausfachung mit Ziegelsteinen und Kalkputz, Ausfachung mit Staken und Lehmbewurf, Ausfachungen mit Natursteinen und Kalkputz.

Regionsbedingt, gibt es auch Ausfachungen mit Sichtsteinen in Ziegeloptik oder auch in Naturstein gehalten. Vermutlich gibt es noch mehr, die ich noch nicht gesehen habe.

Passend zum Thema hier ein Link zu einer Webseite mit Bildern zum Wandaufbau von Fachwerkneubauten.

Arbeitskreis-Fachwerk – Wandaufbau beim Fachwerkneubau

Links eine Ausfachung mit Natursteinen (Freilichtmuseum) und eine mit Staken bei uns im Haus, die ich zu Instandsetzung freilegen muste.

Hier nun eine Beschreibung, wie ich den Putz in einer Ausfachung ersetzt habe. Als erstes entfernen Sie alle Reste des alten Putzes so, das alle losen Bestandteile weg sind.

Da ich das Fach nicht komplatt entnehmen wollte, habe ich zur Sicherheit, als Alternative einige Edelstahlschrauben zur fixierung der Ziegelsteine rechts und links eingeschraubt. Als nächstes habe ich mit einem großen Pinsel eine Kalkputzschlämme aufgebracht. Das ist der Haftgrund für den eigentlichen Putz.
( Kalkputzschlämme: Sehr dünn angerührter Kalkputz zum Auftragen mit einem Quast oder Pinsel. )

Nach der entsprechenden Trocknung, wird der eigentliche Putz aufgetragen. Ich habe hier, um die Optik zu den alten noch vorhandenen Putzflächen etwas anzugleichen, mit einer groben Bürste eine Strucktur in den noch frischen Putz gedrückt. In der rechten Ausfachung, kann man gut bei dem alten Putz sehen, das die Seiten zum Balken hin, etwas angeschrägt sind. Das habe ich für die neuen Putzflachen übernommen.

Nach kompletter Trocknung des frischen Putzes, kann erst gestrichen werden. Rechts eine frisch gestrichene Ausfachung mit noch originalem, altem Kalkputz jedoch im unteren Bereich teilweise repariert. Links die gestrichene neue Fläche.

Eine wichtige Sache! Verwenden Sie Lehmziegel oder Lehmputz als Untergrund für Kalkputz, müssen sie beachten, das Kalkputz keine Verbindung zu Lehm herstellen kann. Darum ist es wichtig, dem Kalkputz einen Untergrund zu schaffen, in den er sich festkrallen kann. Dazu kratzt man entweder die Fugen der Lehmziegel tief aus, oder stellt mit einem sehr groben Zahnspachtel eine Oberfläche her die dies ermöglicht. Siehe Beispiel Bild.

Hier eine Ausfachung im Erdgeschoss die ich mit Lehmziegel ausgemauert habe.

Mit Kalkputzschlämme vorbereitet zum verputzen


Anstriche der Holzbalken:

Die Holzbalken sollten, wenn es sich realisieren lässt, möglichst komplett von alten Anstrichen befreit werden. Ich habe dazu, nach Empfehlung von Besuchern des Freilichtmuseum Detmold, einen speziellen infrarot Heizstrahler gekauft. ( Ein Tipp der Gold wert war! ) Der weicht die Farbe stark auf, und man kann sie super abkratzen. Den kompletten Giebel habe ich auf diese Weise innerhalb eins Tages freilegen können. Schwierig wird es wenn die Balken schon mal gestrahlt wurden und dadurch starke Riefen aufweisen. Für unsere Bedingungen war der Infrarotstrahler die 1. Wahl. Es gibt sicher noch mehr Möglichkeiten Farbe zu entfernen. Zum Bsp. Abbeizen oder Trockeneis. Ein Versuch mit Trockeneis hat bei uns aber nicht funktioniert.

Hat man die Farbe runter, verwendet man heute in der Regel Leinöl-Firnis für die Holzbalken,  welches mit Terpentinersatz entsprechend verdünnt wird. Ein sehr evffektiver und biologischer Holzschutz. Alternativ kann man auf Anstriche bei Eichenbalken auch verzichten. Ich habe mich allerdings für die Leinöl-Firnis Variante entschieden. Sieht für mich irgendwie edler aus. Leinöl kann mit Pigmenten auch eingefärbt werden. Pinsel oder Rollen sollten nach der Benutzung, mit Seife gut ausgewaschen werden.

Beachten Sie bitte die Gefahrenhinweise! Dazu gibt es Sicherheitsdatenblätter von den jeweiligen Herstellern. (Ein Auzug:)

Selbstentzündung z.B. bei benetzten Putzlappen (Autooxidation) möglich. Alle verunreinigten Materialien mit Wasser durchtränkt, in einem geschlossenen Metallbehälter aufbewahren.

Wäre ja schade, wenn wegen der nicht Beachtung solcher Dinge das gerade renovierte Haus schaden nimmt.

Dazu nochmal die Empfehlung: Wenn Sie selbst Hand anlegen wollen besorgen Sie sich erst das nötige Fachwissen! Firmen, die zum Beispiel Lehm putze anbieten, geben in der Regel auch die entsprechenden Lehrgänge dazu! Bei denkmalgeschützten Häusern, sollte vor begin jeder Arbeit geprüft werden, ob und welche Genehmigung Sie einholen müssen! Dabei erfahren Sie in der Regel auch, welches Material Sie einsetzen dürfen.

Fazit:

An ein Fachwerk gehört kein Zement, Silikon, Acryl, Bauschaum oder der gleichen!
Auch beim Fenstereinbau im Verbund mit Fachwerk bitte KEINEN BAUSCHAUM verwenden!
Sicherheitsregeln beachten! Schutzbrille, Gehörschutz und Verbandskasten fals man sich doch mal verletzt sollte auch vorhanden sein.

 

Zimmer mit Innendämmung und Lehmputz.

Das Erste Zimmer war fast fertig, innen gedämmt, neue Stromleitungen verlegt, tapeziert, gestrichen und neue Steckdosen montiert. Ich war stolz wie Oscar! Hier noch ohne Fußleisten und Heizung, die erst seit Okt. 2020 betriebsbereit angeschlossen ist. Der Fußboden sollte noch abgeschliffen werden und danach auch die Fußleisten montiert werden. Hier habe ich die Fensterlaibung noch eckig ausgeführt. Erst später habe ich dann den Tipp bekommen, die kannten großzügig, rund mit Radien bis zu 5 cm zu gestalten, dann sind die Ecken nicht so anfällig für Stöße und Abplatzungen. Aber ich bin trotzdem mit dem Ergebnis zufrieden. Und jetzt lasse ich das, in dem Zimmer, auch so.

Als ich das Zimmer Ende Sommer 2018 fertig hatte, wusste ich noch nicht wie die Fassade mir noch einen Strich durch die Rechnung machen würde. Im laufe des Herbst/Winter mit reichlich Regen, suchte sich Wasser nun einen Weg nach innen und der Lehmputz, mit den Holzfaserplatten, saugte sich an einigen Stellen, nach und nach mit Wasser voll. Das Resultat war, das Teile der oberen Laibung des rechten Fensters, im Januar auf die Fensterbank klatschen. Zu diesem Zeitpunkt war ich beruflich im Ausland und war sehr erschrocken, als meine Frau mir dann die Bilder schickte. Schade das ich Euch das nicht zeigen kann, die gesamte rechte Fensterbank war voll Lehm, die Spritzer vom nassen Lehm waren an die Wände gespritzt. Meine Enttäuschung kaum in Worte zu fassen. Die Reparaturen dazu konnten ich dann auch erst nach Reparatur der Fassade fortsetzen.

Vermoderter BalkenkopfDie Ursache für den Wassereintritt konnte ich, nach Inspektion der Fassade, schnell ausmachen. Von der Straße aus, mit bloßem Auge noch nicht sichtbar, waren die Stirnseiten der Tragenden Deckenbalken vermodert. Wieder eine nicht fachgerechte Arbeit, die zu Schäden geführt hatte. Im vorderen, unteren Bereich des Bildes ist ein Teil eines Blendbrettes zu sehen, was über den unteren Zwischenbalken, auf die komplette Länge des Balkens geschraubt und mit Silikon geklebt war. Dieses sollte einen Höhenunterschied der neueren Eichenbalken unterhalb des Giebels ausgleichen. An den Fugen war versucht worden mit Silicon oder Acryl abzudichten. In Verbindung mit der Latexfarbe unter dem Brett und auf dem Balkenkopf, kam es dann irgendwann zu Staunässe.

Das Bild ist wohl selbsterklärend genug.

Resultat: Der Balken darunter war letztendlich auch schon so beschädigt das der, im Rahmen der Fassaden-Sanierung, teilweise getauscht werden musste. Ich Dussel, habe leider noch keine Fotos von dieser reparierten Stelle gemacht. Das hole ich aber noch nach. Die Bilder kann ich aber erst 2021 einfügen. Ich hab jetzt eine Skizze gemacht die das sehr anschaulich darstellt.

Skitze vom reparierten Balkenkopf

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Anfang 2020 dann die Reparatur des Schadens.
Das Bild oben Zeigt den Zustand während der Reparatur.
In dem Zusammenhang habe ich die Fenster noch nachträglich um etwa 1 cm nach innen versetzt.

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 Im nächsten Bild, das fertige Ergebnis, vom Schaden keine Spur mehr.

Weiteres folgt.

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Schimmel im Haus

Erstellt von admin am Freitag 21. Februar 2014

Schimmel im Haus ist derzeit eines der Top Themen für Hausbesitzer.
Aufgrund der Energieeinsparverordnung (EnEV) und der stark angestiegenen Energiepreise überlegen viele Hausbesitzer ihre Immobilie zu dämmen und so auch die Immobilie wieder attraktiv für potentielle Mieter zu machen. Meistens werden in diesem Zuge auch Fenster mit ausgetauscht. So entsteht mehr oder weniger ein dichtes Haus, in dem, bei falschem Lüftungsverhalten, schnell Schimmel entstehen kann. Werte von mehr als 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit können hier zu einer Schimmelbildung führen, die sich meist als erstes durch schwarze Stockflecken in Ecken oder in Fensterlaibungen zeigen.
Noch gefährlicher sind Schimmelherde, die versteckt in Wänden oder Hohlräumen entstehen und dadurch nicht sofort auszumachen sind. Diese entstehen häufig an Stellen wo Kältebrücken existieren und wo sich dann Schwitzwasser niederschlagen kann. Ein idealer Nährboden für Schimmelpilze.
Eine aktive Aufklärung der Bewohner ist dann dringend erforderlich. Ein verschleppen einer solchen Situation, kann für die Bewohner die in Schimmelsporen verseuchten Räumlichkeiten leben, zu massiven Gesundheitsproblemen führen. Als Beispiel können Atemwegserkrankungen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und andere Symptome Auftreten.
Allergiker, Asthmatiker und Personen mit einem geschwächten Imunsystem sind besonders anfällig für Erkrankungen, die durch herumfliegende Sporen ausgelöst werden können.

Ein 4 Personen Haushalt erzeugt pro Tag ca. 13 Liter Wasser in der Wohnung. Diese müssen nach außen wieder abgeführt werden.
Man kann sich mit etwas Fantasie vorstellen was wäre, wenn ich jeden Tag einen Eimer Wasser in meiner Wohnung ausschütten würde.

Wir werden hier auf Lösungsmöglichkeiten eingehen und versuchen, aufzuzeigen wo Probleme entstehen können und wie ich vorbeugen kann.

1. Was ist Schimmel überhaupt und wo kommt er her?

Schimmelsporen sind immer in unserer Luft, jedoch in so geringer Konzentration das sie uns nicht gefährlich werden können. Schimmelpilze bilden Sporen mit denen sie sich vermehren. Diese fliegen durch die Luft und siedeln sich dort an, wo sie Feuchtigkeit als idealen Nährboden finden. Gerade Kondensat fördert Schimmel besonders. Kondensat sind kleine Tautröpfchen die durch den Wechsel von Temperaturen an der Raumluft entstehen, von warm nach kalt. Ein Beispiel: Sie haben ein Zimmer, ca. 20-22 Grad warm. Warme Raumluft nimmt wesentlich mehr Feuchtigkeit auf als kalte Luft. Nun machen sie ein Fenster auf Kipp. Jetzt Kühlt die einfließende Luft den Fußboden bis in etwa 30 cm Höhe ab.
Zusätzlich kühlt die Fensterlaibung aus. An den Oberflächen die nun kalt geworden sind (Möbel und Laibung) schlägt sich nun die in der Raumluft gebundene Feuchtigkeit ab. Passiert das sehr häufig bildet sich an diesen Stellen Schimmel. Deshalb sind gerade Rückseiten von Möbeln häufig betroffen da die Flächen die zur Wand hin stehen weniger belüftet sind als die Seiten und Fronten. An den Rückwänden kann so die niedergeschlagene Feuchtigkeit nicht wieder abtransportiert werden und wird vom Holz aufgenommen. Und schon haben wir einen idealen Nährboden für Schimmelpilze geschaffen.

Grundlagen:
Schimmelpilze bestehen aus zwei Bestandteilen, zum einen sind das die Myzelen, sozusagen die Wurzeln des Pilzes. Zum anderen gibt es die Sporen diese kann man als Blüte bezeichnen, über die sich die Pilze, durch die Luft, vermehren. Diese Schimmelpilze benötigen für ihr Wachstum bestimmte Voraussetzungen. Für Schimmel, der in Wohnungen meist vorkommt, sind dies eine hohe Luftfeuchtigkeit und entsprechende Nährböden. Zu diesen zählen zBsp.: Holz, jegliche Art von Organischem Material aber auch Silikon.

2. Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit denn sein?

Die ideale relative Luftfeuchtigkeit für Wohnräume sollte bei ca. 40-60 Prozent liegen. Zu trocken ist nicht gut für die Schleimhäute, zu feucht gefährlich wegen der Schimmelbildung.

3. Was kann ich machen, wenn ich Schimmel in meiner Wohnung entdeckt habe?

Als erstes keine Panik, kleinere Schimmelstellen, stellen noch keine Gesundheitsgefährdung dar. Jedoch sollten sie wissen, wie sie dagegen vor gehen können.
Wenn es kleineren Schimmelbefall gibt, in Ecken oder an Fenstern, Wischen sie ihn als erste Maßname einfach mit einem feuchten Tuch vorsichtig ab. Damit verhindern sie eine Ausbreitung der Sporen. Im zweiten Schritt besorgen Sie sich 70%igen Isopropanol Alkohol zBsp. aus der Apotheke. Behandeln sie die befallenen stellen durch einreiben oder einsprühen mit dem Alkohol.
Dieser Alkohol tötet die Myzelen des Pilzes ab. Es muss aber unbedingt 70%iger Alkohol sein, weil nur in dieser Konzentration der Alkohol wirkt.
Bei größeren Flächen sollten sie immer einen Fachman zu Rate ziehen. Dies sind zum Beispiel Baubiologen. Diese werden dann ggf. sogar eine Raumluftmessung durchführen und ihnen mitteilen, wie Sie sich zu verhalten haben. Wohnen Sie zu Miete müssen sie ihren Vermieter umgehend über diesen Umstand in Kenntnis setzen, damit er geeignete Maßnamen ergreifen kann. Ist ein Schimmelbefall schon in mehreren Räumen und über größere Flächen verteilt, ist zu überlegen ob sie nicht besser sofort ausziehen.

4. Wie Lüfte ich denn richtig, damit erst gar kein Schimmel entsteht?

Um zu sehen welche Auswirkungen das Lüften hat, ist es sehr hilfreich, wenn man sich Hygrometer in den Räumen aufstellt oder an die Wand hängt.

Hygrometer

Digitales Hygrometer

Ich bevorzuge zur Zeit die digitalen Geräte, da man sie nicht einjustieren muss und auch durch die meist großen Anzeigen gut abzulesen sind. Geräte um 15-20 Euro reichen völlig aus.

Richtiges lüften nennt man auch Querlüften oder Stoßlüften. Dabei sorgt man, in einen möglichst kurzen Zeitraum für einen größtmöglichen Luftaustausch. Kurz gesagt Durchzug. Zwei Dinge gibt es dabei zu beachten. Zum einen die Raumtemperatur. Eine hohe Raumtemperatur ermöglicht es mehr Feuchtigkeit in die Luft aufzunehmen. Das ist dann die relative Luftfeuchtigkeit, die wir mit den Hygrometern messen können. Das Lüften ist somit letztendlich effektiver wenn sie nicht an Temperatur sparen. Zweitens, um so Kälter es draußen ist um so weniger Zeit benötige ich zum Lüften. Das bedeutet aber auch, im Sommer kann das Lüften auch schon mal 30 Minuten dauern. Schnelles lüften bedeutet, das ich möglichst wenig an Heizkosten einbüße da die Wände und Möbel nicht so schnell auskühlen und somit die Raumluft wieder schnell erwärmen kann. Öffnen Sie also möglichst gegenüberliegende Fenster in Ihrer Wohnung und sorgen Sie für einen schnellen Luftaustausch. Das ist schon alles.

Wenn ihr Hygrometer immer wieder Werte oberhalb von 60% anzeigt, sollten sie versuchen häufiger nacheinander zu lüften. Standart ist in der Regel 2-4 mal Täglich zu lüften. Besonders wichtig ist nach dem Baden oder Duschen das Fenster im Bad weit zu öffnen um die Feuchtigkeit direkt aus dem Bad zu bekommen.

Weitere Schwerpunkte sind das Schlafzimmer, wo man auf jeden Fall, morgens und abends großzügig lüften sollte und die Küche, die man während und nach dem Kochen gut lüften sollte.

Tipp: Im Winter bildet sich gern Tau an den Fensterinnenseiten. Diese sollten sie im Winter öfters trocken wischen, um keine Stockflecken an Silikon Fensterdichtungen zu bekommen.

Wichtig: Kühle Kellerräume sollten sie im Sommer nicht tagsüber bei hoher Luftfeuchtigkeit lüften, da Sie sonst die Feuchtigkeit erst recht in den Keller holen.
Besser ist es Keller im Winter zu belüften und im Sommer maximal in den Nachtstunden mal für Durchzug sorgen.

5. Was mache ich, wenn ich trotz gutem Lüftungsverhalten Schimmel entdecke?

Es gibt fälle, wo nicht das Lüften sondern andere Umstände zu Schimmel-Bildung führen können. Dies können bauliche Mängel sein. Ein undichtes Dach, undichte Rohrleitungen, tropfende Wasserhähne unterhalb von Spülen, Undichtigkeiten von Fugen in Duschen, Kältebrücken in Wohnräumen, die an bestimmten Stellen zur Kondensation der Luftfeuchtigkeit führen. In nicht erklärbaren Fällen sollten sie sich Rat von Fachkräften einholen, oder direkt einen Sachverständigen ins Haus holen, um zu klären ob und welche Probleme vorliegen.

5. Darf ich alles was an Schimmel im Haus aufgetreten ist selbst entfernen?

Definitiv NEIN! Bis zu einer Fläche von von 0,5 m² dürfen Sie selbst, der Hauseigentümer oder ein „normaler“ Handwerksbetrieb sanieren. Bei größeren Flächen ist ein Fachbetrieb, mit Sachkundenachweis für Schimmelpilzsanierung, vom Gesetzgeber vorgeschrieben!

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Fertighaus Dämmen – OKAL

Erstellt von admin am Freitag 21. Februar 2014

Beschrieben, und dokumentiert haben wir hier eine Sanierung eines Okal – Fertighauses mit einem Wärmedammverbundsystem.
Die daraus resultierenden Folgen, Gefahren, und ggf. notwendigen (möglichen) Abhilfemaßnamen.
Beispiele für richtiges Lüftungsverhalten und der folgen von falschem Lüftungsverhalten.

Grundsätzliches:
Das Dämmen eines Altbaus, ob nun Fertighaus oder „normales“ Haus, birgt immer ein gewisses Risiko.
Wichtig hierbei ist grundsätzlich eine gute Beratung durch Energieexperten und die Nutzung von Fachfirmen die mit der Materie vertraut sind.
Sollten Sie die Arbeiten selbst ausführen wollen, zögern sie nicht, vorher einen Sachverständigen zu dieser Thema einzuschalten.
Die Kosten die Ihnen bei unsachgemäßer Ausführung Ihrer Arbeiten entstehen, können für Sie verherend sein. Insbesondere wenn es um Vermietete Objekte geht.
Sie müssen sich darüber im klaren sein, das eine Dämmung die zbsp. auch neue Fenster ggf. mit 3 gach Verglasung eine enorme Veränderung, in Punkto Lüften, am Nutzerverhalten mit sich bringen muß.
Gerade das ist einer der häufigsten Kernfragen im Vermieter/Mieter Verhältnis und führt oft zum Streit.

Im Vorliegenden Fall wurde ein OKAL-Haus, Baujahr 1976, Ende 2011 von Außen komplett mit einem Wärmedämmverbundsystem gedämmt. Die Südseite des Giebels wurde 2006, aufrund von Verwitterung vorzeitig teilweise gedämmt und mit Schieferplatten verkleidet.
Gegen Ende 2013 meldeten die Mieter dieses Einfamilienhauses einen Schimmel Befall an Ihren Möbeln. Eine ungünstige Konstellation durch den milden und feuchten Winter, zu geringes Lüften oder auch falsches lüften führten erst nach diesem langen Zeitraum zum Problem. Eine Beratung in Richtung Zwangs-Lüftungsanlage wurde seinerzeit von dem ausführenden Dämmunternehmen nicht vorgenommen. Wäre aber in diesem speziellen Fall, in Anbetracht der geringen Kosten von nur 2.500-3.000 Euro, sinnvoll gewesen.
Eine Zwangs-Lüftungsanlage ist in diesem Fall ein Rohrsystem mit einem Wärmetauscher und einem Lüfter welcher die Raumluft wechselweise mit Außenluft austauscht.

Nachtrag:2020

2014 wurden die noch vorhandenen Nachtspeicher-Öfen durch eine Brennwert Zentralheizung mit Warmwasser Aufbereitung (Gas) ausgetauscht.
Es ist zu vermuten, das Aufgrund, der enormen Stromkosten bei den Nachtspeicheröfen, zusätzlich zum Lüftungsverhalten nicht genügend geheizt und die Nachtspeicher auch falsch benutzt wurden.
Seit dem Einbau der Zentralheizung gab es keinerlei Probleme mehr.

Fazit: Heizung ggf. zuerst modernisieren oder parallel mit der Dämmung / prüfen ob man eine Zwangslüftung im Vermietungsfall mit einbaut.

Gerüche in Fertighäusern – Thema CHLORANISOLE

Chloranisole sind Verbindungen, die bisher hauptsächlich als Verursacher des Korktons in Wein einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurden. Werden sie in die Luft freigesetzt, machen sie sich durch einen schimmelig-muffigen Geruch bemerkbar. Dieser hat dazu beigetragen, dass Chloranisole seit kurzem auch mit dem teilweise intensiven Eigengeruch von Fertighäusern älterer Bauart in Verbindung gebracht werden. Dieser kann ebenfalls als schimmelig-muffig charakterisiert werden. Der typische „Fertighausgeruch“ ist manchmal so penetrant, dass er in der Kleidung von Bewohnern „hängen bleibt“ und noch längere Zeit nach Verlassen des Gebäudes an der Person wahrnehmbar ist. Ein solcher unangenehmer Geruch kann von den Bewohnern als Belastung empfunden werden und Unwohlsein auslösen, auch wenn eine toxikologisch basierte Gesundheitsgefährdung nicht gegeben ist. Durch die Ähnlichkeit dieses Geruchs zum typischen Schimmelgeruch kann dazu eine Unsicherheit entstehen, ob nicht ein Schimmelpilzbefall des Gebäudes vorliegt. Zur Klärung von Fragen nach Identität und Intensität des Geruchs ist die Analyse einer Raumluftprobe notwendig.

( Quelle: http://agoef.de/agoef/schadstoffe/chloranisole.html )

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Einbruch

Erstellt von admin am Dienstag 7. Januar 2014

Wohnungseinbruch!
Leider nehmen Wohnungseinbrüche in der letzten Zeit deutlich zu. Auch wir waren im Januar 2013 davon betroffen.
Hier will ich nun einige Tipps geben, wie Sie Ihre Wohnung besser Schützen können und Schaden verhindern oder reduzieren können.

Jede Polizeidienststelle liefert Ihnen konkrete Möglichkeiten, sich vor Einbrüchen zu schützen. Auf Deutsch Sie können es den Einbrechern schwerer machen in Ihr Haus oder in Ihre Wohnung einzudringen.
Leider fehlt vielen Eigentümern oder Mietern, der Blick für die wesentlichen Dinge. Ich zähle mal hier einige ganz banale Dinge auf die einfach zu realisieren sind.
1. Eine möglichst freie Sicht auf Ihr Objekt. Einbrecher möchten natürlich keine Zuschauer, somit senkt das schon mal das Risiko, überhaupt als potentielles Opfer eingestuft zu werden.
2. Alle Beleuchtungsmittel in Stand halten. Zum Beispiel Bewegungsmelder und Lampen auf Terrasse oder Balkon.
3. Alte Schlösser oder Türen, die man selbst schon ohne Mühe und ohne Schlüssel öffnen könnte, erneuern oder Austauschen. Sie glauben gar nicht, wie viele Haustüren mit einer Scheckkarte oder ähnlichem, sich ganz leicht öffnen lassen, innerhalb von nur wenigen Sekunden.
4. Wenn Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus verlassen, schließen Sie richtig zu, nicht nur einfach zuziehen sondern ein oder wenn es geht auch zwei mal den Schlüssel umdrehen. Viele Einbrüche finden durch die Haustür statt. Moderne Türen nützen nichts, wenn sie nicht richtig abgeschlossen werden.
5. Innentüren grundsätzlich nie absperren. Wenn ein Einbrecher erstmal im Haus oder der Wohnung ist und noch zusätzlich verschlossene Türen vorfindet, ist der Sachschaden von aufgebrochen Türen meist um ein Vielfaches höher als die eigentlich entwendeten Gegenstände. Grundsätzlich stellen Innentüren kein Hindernis für Einbrecher dar.
6. Bei Neubauten immer darauf achten, das Ihre Scheiben Einbruch-hemmend sind. Der Aufpreis für solche Verbundglasscheiben sind pro Fenster und Terrassentür recht gering. Fragen Sie Ihren Architekten oder den Fensterbau!

Pilzkopf-Verriegelung 1Pilzkopf-Verriegelung 2Tür von Aussen

 

Wie man hier gut auf dem Zweiten Bild erkennen kann, befindet sich rechts unten im Türrahmen die Pilzkopf-Verriegelung, die verhindert hat, das die Tür aufgehebelt werden konnte. Die Verriegelung im Bild 1 hatte nicht stand gehalten. Zu guter letzt haben die Einbrecher dann doch die Fensterscheibe zerschlagen und sind dadurch eingestiegen.

 

 

1. Es war auf dem Balkon eine Beleuchtung defekt, die vielleicht noch die Einbrecher hätte abhalten können, über die Balkonbrüstung zu klettern.

2. Es befand sich kein Einbruch-hemmendes Glas in der gerade vor einem Monat eingebauten neuen Balkontür. ( Sachschaden an der Tür inklusive Rahmen 2500,00 Euro / Geklaute Gegenstände im Wert von nicht ganz 30 Euro )

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Alu Fensterbänke

Erstellt von admin am Samstag 11. September 2010

Bei einer Modernisierungs Maßnahme, mit zur Zeit üblicher Hausdämmung durch Styropor-Platten, (Wärmedämm-Verbund-System) und anschließendem Einsatz neuer Fensterbänke endstand beim Einbau der Fensterbänke erheblicher Pfusch, der in einem 2 Jährigen Streit mit den Handwerkern endete. (Zu gunsten der Bauherren)

Hier werden wir aufführen, wie solche Fensterbänke eingebaut werden sollten, und worauf Sie achten können.
Ich möchte darauf hinweisen, das dies keine Expertenaussage ist, sondern ein Bericht über unsere privaten Erfahrungen!
( Dafür gibt es Sachverständige die handwerkliche Arbeiten überprüfen und Rechtsverbindlich bewerten können. )

Hier das Objekt vor und nach der Modernisierung.

Das Objekt wurde 1968 errichtet. Ab 2000 wurden einige Modernisierungsschritte eingeleitet.

Es wurden neben der Fassade auch diverse Fenster und Hauseingänge modernisiert. Diese verleihen dem Objekt fast den Eindruck eines Neubau.

Als erstes Zeigen wir Ihnen ein Beispiel, wie die Fensterbänke ursprünglich (falsch) eingebaut waren.

Rechts, gut zu erkennen, das die Fensterbank  nicht bis in die Wand reicht und die Abschlüsse mit Silikon vollgeschmiert wurden. Dazu fehlen an den Befestigungs-Schrauben, links im Bild, Dichtungselemente (Kunststoff unterlegscheiben und dazugehörige Abdeckkappen). Zu allem Überfluß wurde noch ein Winkelprofil an den Seiten montiert (mit Silikon festgeklebt) um den Abstand zur Wand zu überbrücken. Teilweise sollten so Abstände bis 1,5 cm ausgeglichen werden. ( Absoluter Pfusch! )

Was mann nicht sehen kann, ist ein Antidröhnband welches unter Aluminium Fensterbänke gehört, um einen gewissen Schallschutz zu erreichen, damit aufprallender Regen nicht zur Nerfensäge wird. Dieser fehlte hier auch noch. Auf dieses „Antidröhnband“, wurden wir erst vom Sachverständigen aufmerksam gemacht.

Nun sehen Sie, wie es richtig aussehen sollte.

Hier ein Bild eines Fensters, in einem Neubau, vermutlich fachlich korrekt eingebaut.

Die Abkanntung ist in die Wand Eingelassen. Das Fenster steht über dem Alu Blech, somit kann der Regen nicht hinter das Aluminium laufen. Bei nachträglichem Einbau wird diese Alukannte im Regelfall an das Fenster geschraubt, und muss mit einer dezenten Silikon-Abdichtung zum Fenster hin abgedichtet werden. Dabei sollten auch die Schrauben entsprechende Kappen zur Abdichtung aufweisen.

Nach ca. zwei Jahren Rechtsstreit um diese Arbeiten, Gutachten, Gegengutachten, gerichtlichem Gutachten und zu allerletzt gerichtlicher Entscheidung, mussten Sämtliche nicht sachgerecht eingebauten Fensterbänke entfernt, und gegen längere bis ins Mauerwerk reichende Fensterbänke ausgetauscht werden. Ich brauche wohl nicht erwähnen das Sämtliche damit verbundene Kosten an dem Handwerksbetrieb hängen blieben.

Hier jetzt Bilder von der nachträglichen Änderung.

Mann kann gut erkennen, das sogar die alten Fensterbank Steine nachträglich noch entfernt wurden, die eine erhebliche Kältebrücke dargestellt hätten. Diese Fläche wurde im Anschluß mit Dämmaterial aufgefüllt.

Siehe nächstes Bild.

Hier mit dem Dämmstoff. Der vordere Bereich (100 mm) ist die eigentliche Hausdämmung.

Hier das endgültige und unserer Meinung nach korrekte Ergebnis.
Wir waren damit zumindest zufrieden.

Ich hoffe Ihnen damit einen ersten Einblick in

„richtig oder falsch“ gegeben zu haben.

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